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Standard "Seitenlagerung bei TEP"

Nach einer TEP-Operation beschränkt sich die Auswahl an Lagerungspositionen auf die Rücken- und die Seitenlage. Eine effektive Dekubitusprophylaxe wird dadurch alles andere als erleichtert. Pflegekräfte müssen letztlich die vielen Risiken gegeneinander abwägen.


Standard "Seitenlagerung bei TEP"


Definition:

  • Eine Totalendoprothese wird implantiert, um die Funktionsfähigkeit eines Gelenks nach einem Unfall oder bei fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen wiederherzustellen. Die natürlichen Gelenkflächen werden durch Metall- oder durch Kunststoffprothesen ersetzt.
  • In der Altenpflege ist insbesondere die Totalhüftendoprothese von Bedeutung, da diese die gängige Therapieform nach einer Hüftfraktur als Folge eines Sturzes ist.
  • Nach der Operation wird der Bewohner zumeist durchweg auf dem Rücken liegend gelagert. Daraus ergibt sich eine erhebliche Gesundheitsgefährdung, da es vermehrt zu Druckgeschwüren und zu Kontrakturen kommt. Die Dauer dieser Immobilität ist abhängig von der Art des operativen Eingriffs sowie von der individuellen Konstitution.
  • Erst einige Wochen nach der Implantation einer TEP darf ein Bewohner wieder auf der Seite schlafen. Diese Lagerung erfolgt zumeist auf der "gesunden" Seite. Eine Seitenlagerung auf der operierten Seite ist zwar ggf. ebenfalls möglich, wird jedoch zumeist aufgrund der erheblichen Schmerzbelastung von vielen Senioren nicht toleriert.
  • Die Seitenlagerung wird als Schlafposition genutzt. Gleichzeitig kann die Seitenlagerung im Rahmen der Grundpflege genutzt werden, etwa um dem Senioren den Rücken zu waschen.
  • Im Rahmen der Dekubitusprophylaxe ist die Seitenlagerung nicht oder nur für einen kürzeren Zeitrahmen sinnvoll, da der Hauptteil des Körpergewicht auf dem Trochanter lagert.

Grundsätze:

  • Die individuellen Wünsche des Bewohners sind uns wichtig und werden beachtet.
  • Das Lagern eines TEP-Patienten ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel berufliche Erfahrung erfordert. Daher werden Praktikanten, Zivildienstleistende oder Pflegeschüler nur assistierend eingesetzt.
  • Der Pflegebedürftige sollte sich im Rahmen seiner Fähigkeiten an der Maßnahme beteiligen, also etwa die seitliche Drehung aus eigener Kraft unterstützen.

Ziele:

  • Eine Innenrotation des Beines an der betroffenen Seite wird vermieden. Es erfolgt keine Hüftbewegung über 90°.
  • Der Bewohner soll möglichst wenig Schmerzen verspüren.
  • Die Selbstbestimmung und die Lebensqualität des Bewohners sollen in einem möglichst großen Umfang erhalten bleiben.

Vorbereitung:

notwendiges Material

  • ein großes Kopfkissen
  • alternativ eine zusätzliche Bettdecke

weitere Maßnahmen

  • Der Heimbewohner wird über die anstehende Maßnahme informiert (unabhängig von der Kommunikationsfähigkeit). Seine Fragen werden umfassend beantwortet. Der Bewohner wird um Zustimmung gebeten.
  • Die Pflegekraft schafft Platz, um ungehindert arbeiten zu können. Es werden etwa der Bettbügel aufgehängt und der Nachttisch weg geschoben.
  • Die Bettliegefläche wird auf Arbeitshöhe gefahren, um ein rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen.
  • Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion durch.
  • Das Kopfende wird flachgestellt.

Durchführung:

  • Der Bewohner befindet sich auf dem Rücken. Wenn der Bewohner nach Abschluss des Transfers nach rechts blicken soll, wird er nun etwas in Richtung linke Bettkante mobilisiert (und umgekehrt). Wir stellen damit sicher, dass der Bewohner nach erfolgter Lagerung in der Mitte des Bettes liegen wird und nicht am Bettrand.
  • Mit Hilfe der Pflegekraft soll der Bewohner die Beine aufstellen.

  • Die Pflegekraft positioniert nun das Kissen oder die zusammengefaltete Bettdecke zwischen den Beinen des Bewohners. Damit wird eine Innenrotation vermieden. Der Bewohner soll die Knie zusammenführen, um das Kissen zwischen den Beinen zu fixieren.

  • Der Bewohner wird nun in die Seitenlage bewegt. Eine Pflegekraft steht dafür an der Bettseite, in deren Richtung der Bewohner nach der Umlagerung blicken wird. Sie zieht den Bewohner in ihre Richtung. Die Kontaktpunkte für ihre Hände sind das Schulterblatt und die obere Gesäßseite.
  • Die andere Pflegekraft steht an der gegenüberliegenden Bettseite. Sie führt die Knie in die Seitenposition. Beide Pflegekräfte müssen ihre Bewegungen synchronisieren.
  • Sobald sich der Bewohner in der Seitenlage befindet, werden die Füße und ggf. auch die Hüfte ein Stück in Richtung Bettmitte zurückbewegt.
  • Die Pflegekraft stellt sicher, dass sich das Becken, das obere Knie und der Fuß auf gleicher Höhe befinden.

Nachbereitung:

  • Die Klingel wird in Reichweite des Bewohners abgelegt.
  • Das Bett wird wieder in die ursprüngliche Höhe gestellt.
  • Der Bewohner wird nach seinem Befinden befragt.
  • Falls notwendig, kann das Zimmer kurz gelüftet werden.
  • Die Pflegekraft führt eine hygienische Händedesinfektion durch.
  • Die Maßnahme wird im Grundpflegenachweis dokumentiert.
  • Alle relevanten Veränderungen der Gesundheit oder des Verhaltens des Bewohners werden dokumentiert.
  • Ggf. wird die Pflegeplanung angepasst.

Dokumente:

  • Berichtsblatt
  • Leistungsnachweis
  • Kommunikationsblatt mit dem Arzt
  • Pflegeplanung

Verantwortlichkeit / Qualifikation:

  • Pflegefachkräfte